Josef Liesenkötter                                                                      HOME
Kesselsbergweg 22
40489 Düsseldorf
Tel: 0211 400740   
E-Mail:
joliesenkoetter@hotmail.com
 

In Düsseldorf-Kaiserswerth wohne ich seit 1982 und fühle mich mit der Niederrhein - Landschaft
sehr verbunden. Wenn Ihnen meinen Bilder gefallen, würde ich mich über eine E-Mail sehr freuen!
Die Preise der Bilder bewegen sich zwischen 150 und 600 Euro.

 

Beitrag zur Ausstellung im Medienzentrum in Ratingen

In der Malerei Joseph Liesenkötters können thematisch zwei Bereiche ausgemacht werden, er gestaltet zum einen in der Nachschau seiner zahlreichen Reisen die unterwegs gewonnen Eindrücke und beschäftigt sich zum anderen intensiv mit der Landschaft, die ihn tagtäglich umgibt, der Landschaft am Niederrhein. Seine freien Kompositionen entwickelt er auf der Grundlage dieser Auseinandersetzung mit Landschaftsbildern, nur können sie keinem bestimmten Ort mehr eindeutig zugeordnet werden. Es sind Stimmungen, die der Maler mit diesen Orten verbindet und die die Auswahl des jeweiligen Motivs begründen. Im Malprozess verschmelzen dann realer Ort und Gefühlsraum, so dass die Zurückführung des dargestellten Motivs auf eine tatsächlich erlebte Landschaft mehr oder weniger sinnvoll erscheint. Die Titel geben uns schließlich einen Hinweis auf die im einzelnen Werk gestalteten Landschaften: Die Reihe Sinai I-IV entführt uns in die großartige Wüstenlandschaft auf der Sinai-Halbinsel, die Exponate Rheinaue I, Mühlenturm, Nebelsonne und Mondlicht sind in der Auseinandersetzung mit den Gegebenheiten in und um Kaiserswerth entstanden und Spuren im Schnee, Wolkenstudie I sowie Urlandschaft I-II verweisen auf freie Kompositionen.

Die unterschiedlichen Landschaftstypen seien es nun die Rheinaue als Kulturlandschaft oder die Urlandschaft als Naturlandschaft werden in der Malerei Joseph Liesenkötters monumentalisiert, der Betrachter erlebt sich im Gegenüber mit der Natur und wird in diesem Prozess auf sich selbst zurückgeworfen. Es werden keine Wege gestaltet, die dazu auffordern würden, entlang den Vorgaben des Künstlers in das Bild einzutreten, vielmehr sind wir konfrontiert mit monumentalen Gebirgszügen, gewaltigen Flusstälern und breiten Wasserläufen. Die starke Betonung der Horizontalen im Flussrand diesseits und jenseits des Wassers, in der auf der gegenüberliegenden Seite gestalteten Vegetation sowie in den Wolkenbänken der Flusslandschaften verbieten es geradezu, in die Landschaftsräume einzutreten. Auch der spröde Farbeindruck der Gebirgszüge evoziert keine Stofflichkeit, die den haptischen Nachvollzug in der Wahrnehmung angenehm macht, es entsteht im Gegenteil der Eindruck von Hitze und trockenem Gestein, deren Textur sich leichter Vereinnahmung entzieht. Gleichzeitig tritt jedoch deutlich eine Gefühlsdimension auf, die das Empfinden des Einzelnen als Individuum an der Grenze zur Ursprünglichkeit und Kraft von Naturphänomenen widerspiegelt.

Die Exponate Nebelsonne und Urlandschaft zeigen als freie Kompositionen in paradigmatischer Weise die erwähnten Charakteristika in der Malerei Joseph Liesenkötters. Fahl, winterlich, mal stürmisch, mal im Nebel versinkend wird die Landschaft gestaltet, die Farbpalette ist entsprechend reduziert, häufige Beimischungen von Weiß oder Schwarz finden sich in den zahlreichen Grau-Blau-Nuancierungen. Im jeweils unteren Bilddrittel wird die Horizontale als zentrales Kompositionselement eingesetzt, durch die dunkle Farbgebung in diesem Bereich gewinnt sie an Schwere und wird auf diese Weise in ihrer bildbestimmenden Wirkung noch verstärkt. Darüber entfalten sich die Weiß-Grau-Blau-Schwarz-Abstufungen, einmal in einer konzentrischen Bewegung um die als helle runde Fläche erkennbare Nebelsonne oder im anderen Fall als die Horizontale noch unterstreichende, ineinander verwobene Blöcke von Wolken, Himmel und Dunst. Das Licht verteilt sich diffus an diesen Orten und es entsteht der Eindruck, dass hier stärker ein Gefühlsraum gestaltet als eine Landschaftsansicht dargestellt wird.

Im Sinne des existenzialistischen Individuums, das sich als in-die-Welt-geworfenes Einzelnes erlebt, finden wir uns an Orten wieder, die den Grenzbereich zwischen Mensch und Natur auszuloten versuchen. Das Ich erlebt sich konfrontiert mit monumentalen Gebirgszügen, geborgen unter der diffuses Licht verströmenden Nebelsonne, angezogen von der Stille der Fußspuren, die an das bereits der Vergangenheit angehörende Stapfen eines Menschen in der ansonsten unberührten Schneedecke einer Landschaft erinnern. Auch das Auftreten des Mühlenturms im gleichnamigen Werk des Künstlers stellt als architektonisches Identifikationselement für den Ortsteil Kaiserswerth eher einen Verweis auf die Dimensionen ‚Heimat’ und ‚sich-Auskennen’ dar, als dass historische Bausubstanz vorgestellt werden soll. Es sind die mit den Landschaftsdarstellungen präsentierten Stimmungen, die im Zentrum der Malerei des Künstlers stehen und den Dialog von Mensch und Natur widerspiegeln. 

                   Kunsthistorikerin Frau Dr. Petra Schwarz

Rheinaue I
Mühlenturm
Nebelsonne
Mondlicht
Spuren im Schnee
WolkenstudieI
Urlandschaft I
Urlandschaft II
Sinai I
Sinai II